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Worauf es bei einer Kreativagentur wirklich ankommt

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No More Dots.
·24. Juni 2026

Die meisten Unternehmen merken erst nach drei Monaten, dass sie die falsche Kreativagentur gewählt haben. Dann sind bereits Tausende von Euro geflossen, und auf dem Bildschirm erscheint eine Website, die so gar nichts mit dem zu tun hat, was man sich vorgestellt hatte. Zu diesem Zeitpunkt ist der Vertrag längst unterschrieben, das Briefing wurde „interpretiert", und man sitzt fest. Die Wahl einer Kreativagentur gehört zu den folgenreichsten Entscheidungen, die du für deine Marke triffst — und die meisten gehen dabei völlig falsch vor. Portfolio anschauen, Preis checken, Bauchgefühl entscheiden. Das ist keine Strategie. Hier ist, worauf es wirklich ankommt.

Das Portfolio ist ein Ausgangspunkt, nicht die ganze Geschichte

Ja, schau dir die Arbeiten an. Aber schau hinter die Ästhetik. Ein beeindruckendes Portfolio zeigt dir, dass die Agentur schöne Dinge produzieren kann. Ob diese Dinge auch gewirkt haben, verrät es dir nicht.

Frag die Agentur: Was ist nach dem Launch passiert? Hat die neue Website mehr Anfragen gebracht? Kam das Rebranding beim Publikum des Kunden gut an? Hat die Kampagne wirklich etwas bewegt? Jede Agentur, die ihr Geld wert ist, sollte das beantworten können. Wenn sie es nicht kann — oder wenn sie sofort davon anfängt, dass das Design einen Award gewonnen hat — dann ist das ein deutliches Warnsignal.

Ein konkretes Beispiel: Du leitest ein B2B-Softwareunternehmen und suchst nach einer Website-Überarbeitung. Du findest eine Agentur, deren Portfolio voller beeindruckender Arbeiten für Luxus-Fashionbrands steckt. Die Bildsprache ist eine völlig andere. Die Psychologie der Zielgruppe ist eine völlig andere. Schöne Arbeit, falscher Fit. Achte darauf, ob eine Agentur vergleichbare Briefings, vergleichbare Branchen oder zumindest vergleichbare Problemstellungen kennt — nicht nur eine ähnliche Ästhetik.

Prüf außerdem: Arbeitet die Agentur strategisch, oder führt sie nur aus, was man ihr hinstellt? Wer lediglich umsetzt, was du lieferst, ist ein Produktionsdienstleister. Daran ist nichts verkehrt — aber es ist etwas anderes. Eine echte Kreativagentur hinterfragt, fordert heraus und bringt Ideen ein, auf die du selbst nicht gekommen wärst. Wenn im ersten Gespräch auf alles nur genickt wird, ist Vorsicht angebracht.

Wie eine Agentur im Verkaufsprozess kommuniziert, sagt alles

Wie eine Agentur mit dir umgeht, bevor du unterschrieben hast, ist die beste Vorschau auf das, was danach kommt.

Stellt sie die richtigen Fragen? Eine seriöse Agentur will dein Geschäft verstehen, bevor sie auch nur ein Wort darüber verliert, was sie für dich tun würde. Sie fragt nach deinen Kunden, deinen Mitbewerbern, deinen aktuellen Herausforderungen. Sie will wissen, wie Erfolg für dich wirklich aussieht — nicht nur in Deliverables, sondern in echten Ergebnissen. Wer direkt mit Vorlagen und Paketen um sich wirft, ohne deine Situation zu kennen, der verkauft. Der löst nicht.

Ein Irrtum, den du jetzt ablegen solltest: dass ein glänzendes Pitch-Deck einen verlässlichen Partner bedeutet. Manche Agenturen sind außergewöhnlich gut darin, Aufträge zu gewinnen — und mittelmäßig darin, sie umzusetzen. Sprich mit bestehenden Kunden. Nicht mit den handverlesenen Referenzen, die man dir hinhält — schau genauer hin. Google-Bewertungen lesen, LinkedIn durchforsten, im eigenen Netzwerk nachhören.

Achte auch darauf, wie schnell und wie klar die Agentur während der Angebotsphase kommuniziert. Wer schon vorher langsam und vage antwortet, wird danach nicht besser.

Klarheit über Rechte, Prozesse und was wirklich im Leistungsumfang steckt

Genau hier gehen Deals schief — und niemand redet offen genug darüber.

Lass den Leistungsumfang schriftlich festhalten. Nicht in groben Zügen — konkret. Wie viele Feedbackschleifen sind inbegriffen? Wer erhält die finalen Dateien und die Nutzungsrechte? Was passiert, wenn der Zeitplan nicht eingehalten wird? Wie läuft die Zusammenarbeit ab, wenn es nicht funktioniert?

Ein mittelgroßes Einzelhandelsunternehmen kam einmal zu uns, nachdem es mit einer früheren Agentur eine echte Horrorgeschichte erlebt hatte. Schöne Arbeit, vollkommen verfahrene Situation: Die Agentur behielt die Quelldateien, die Domain war auf ihren Namen registriert, und der Kunde hatte keinen Zugriff auf sein eigenes Hosting. Drei Monate juristisches Hin und Her, um etwas aufzudröseln, das von Anfang an klar hätte geregelt sein müssen. Lass es nicht so weit kommen.

Bestehe auf einem klaren Projektplan mit Meilensteinen. Frag, welche Tools für das Projektmanagement genutzt werden und wie du auf dem Laufenden gehalten wirst. Kläre, wer deine Ansprechperson ist — du willst wissen, ob du mit dem Senior-Team arbeitest oder nach dem Pitch an eine Berufseinsteigerin oder einen Berufseinsteiger weitergereicht wirst.


Eine Kreativagentur zu beauftragen bedeutet im Kern, einen langfristigen Partner zu finden, der dein Geschäft versteht, auf Augenhöhe kommuniziert und Arbeit abliefert, die wirklich etwas bewirkt. Wenn du gerade auf der Suche bist — oder wenn dir hier das ein oder andere etwas zu bekannt vorgekommen ist — meld dich gerne. Wir führen gern ein ehrliches Gespräch, bevor irgendetwas unterschrieben wird.

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