Ein Relaunch ist kein neues Design. Es ist der Moment, in dem eine Website aufhört, nur zu existieren, und anfängt, Anfragen zu bringen – oder der Moment, in dem ein Unternehmen seine Google-Rankings verliert, weil beim Umzug die Weiterleitungen fehlten. Diese Checkliste fasst zusammen, was wir bei jedem Projekt abarbeiten, in der Reihenfolge, in der es passieren sollte. Die Zahlen stammen aus unserem Website-Index Oberpfalz 2026, für den wir 1.608 Websites aus Regensburg, Neumarkt, Amberg und Umgebung geprüft haben.
Wann sich ein Relaunch lohnt
Nicht jede alte Website braucht eine neue. So verbreitet sind die Warnsignale in der Region:
77 %
laden auf dem Handy länger als 4 Sekunden
22 ausführliche Reports
22,9 %
seit über einem Jahr nicht aktualisiert
98,4 %
ohne Online-Terminbuchung
54,5 %
ohne strukturierte Daten
17,5 %
Google-Profil nicht beansprucht
3,2 %
sperren KI-Crawler aus
Diese Signale sprechen für einen Relaunch:
- Die Seite lädt auf dem Handy länger als 4 Sekunden (in der Region trifft das auf 77 % der gemessenen Seiten zu).
- Der neueste Inhalt ist älter als ein Jahr (23 % der Websites in der Region).
- Das Impressum nennt noch das Telemediengesetz (TMG), das seit Mai 2024 durch das Digitale-Dienste-Gesetz ersetzt ist, oder die Seite lädt Google Fonts von Google-Servern.
- Besucher können keinen Termin buchen oder keine Anfrage stellen, ohne anzurufen (98 % der Websites in der Region haben keine Online-Buchung).
- Du schämst dich, die Adresse auf eine Visitenkarte zu drucken.
Fehlt nur eines dieser Dinge, reicht oft eine gezielte Reparatur. Treffen drei zu, ist ein Relaunch meistens günstiger als das Flicken.
Die Checkliste in acht Schritten
- 01BestandsaufnahmeZugänge, Messwerte, alle URLs
- 02Ziel & StrukturEin Ziel pro Seite
- 03InhalteTexte, Fotos, Nachweise
- 04TechnikUnter 2,5 Sekunden
- 05RechtDDG, Datenschutz, Einwilligung
- 06Lokale SichtbarkeitGoogle-Profil, Bewertungen
- 07KI-SichtbarkeitCrawler, Fakten, Struktur
- 08Umzug & LaunchHier gehen Rankings verloren
1. Bestandsaufnahme: Was hast du, was funktioniert?
- Zugänge sichern: Domain, Hosting, Google Search Console, Google Analytics, Google-Unternehmensprofil. Erstaunlich viele Unternehmen wissen nicht, wem ihre Domain gehört.
- Messen, nicht schätzen: Ladezeit mobil, aktuelle Google-Positionen für die fünf wichtigsten Suchbegriffe, Seiten mit Besuchern laut Search Console.
- Alle URLs der alten Seite auflisten. Jede davon braucht später ein Ziel.
- Links von außen prüfen (Branchenverzeichnisse, Partner, Presse). Diese Seiten verlinken auf alte Adressen, die weiter funktionieren müssen.
2. Ziel und Struktur: Was soll jede Seite tun?
- Pro Seite ein Ziel: Anruf, Buchung, Anfrage, Wegbeschreibung. Was kein Ziel hat, fliegt raus.
- Eine Seite pro Leistung statt einer Sammelseite. Google und KI-Assistenten beantworten konkrete Fragen mit konkreten Seiten.
- Standortbezug: Ort und Einzugsgebiet gehören in Text und Überschriften, nicht nur ins Impressum.
- Fragen deiner Kunden als FAQ-Abschnitt. Das ist der Teil, den KI-Assistenten am liebsten zitieren.
3. Inhalte: Texte, Fotos, Nachweise
- Texte in der Sprache deiner Kunden, nicht in der deiner Branche. „Wurzelbehandlung ohne Angst“ schlägt „Endodontie“.
- Eigene Fotos von Team, Räumen und Arbeit. Ein halber Tag Fotografie ersetzt jede Stockfoto-Diskussion.
- Nachweise sichtbar machen: Bewertungen, Zertifikate, Referenzen, Jahre im Geschäft, Zahl der Projekte.
- Zweisprachigkeit nur, wenn du englischsprachige Kunden hast – dann aber vollständig, nicht per Übersetzungs-Plugin.
4. Technik: Schnell, stabil, messbar
- Ziel für die Startseite auf dem Handy: Largest Contentful Paint unter 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint unter 200 Millisekunden, Cumulative Layout Shift unter 0,1. Das sind Googles Grenzwerte.
- Bilder in modernen Formaten (AVIF, WebP), in der tatsächlich benötigten Größe, mit Alt-Texten (bei 9 von 22 ausführlich geprüften Seiten der Region fehlten sie).
- Schriften selbst hosten, Fremdskripte auf das Nötige reduzieren. Chat-Widgets, Karten und Videos nur laden, wenn jemand sie nutzt.
- Keine Abhängigkeit von Plugins, die niemand wartet. Bei WordPress heißt das: wenige, gepflegte Erweiterungen und ein Wartungsplan. Bei statischen Websites entfällt der größte Teil davon.
5. Recht: Impressum, Datenschutz, Einwilligungen
- Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), vollständig und von jeder Seite aus erreichbar.
- Datenschutzerklärung, die zur tatsächlichen Technik passt: Hosting, Formulare, Analyse, Schriften, Karten, Buchungstools.
- Cookie-Einwilligung nur für das, was eine braucht – und dann echt: ohne Einwilligung keine Analyse- oder Werbe-Tags.
- Auftragsverarbeitungsverträge mit Hosting-, Formular- und E-Mail-Anbietern abschließen.
- Barrierefreiheit mitdenken: Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Angebote an Verbraucher; gute Kontraste, Tastaturbedienung und Alt-Texte helfen ohnehin jedem Besucher.
6. Lokale Sichtbarkeit: Google-Unternehmensprofil und strukturierte Daten
- Google-Unternehmensprofil beanspruchen (17,5 % in der Region sind es nicht), vollständig ausfüllen, Leistungen und Fotos pflegen, auf jede Bewertung antworten.
- Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch schreiben: Website, Google, Verzeichnisse, Social Media.
- Strukturierte Daten (schema.org) für Unternehmen, Leistungen, Öffnungszeiten und FAQ. 54,5 % der Websites in der Region haben keine.
- Einen Prozess für Bewertungen festlegen: Wer fragt wann wie? Ohne Prozess bleibt es bei den vier Bewertungen, die der Median bei Steuerberatern und Architekten gerade zeigt.
7. KI-Sichtbarkeit: Gefunden werden, wenn niemand mehr googelt
- KI-Crawler (OpenAI, Anthropic, Perplexity, Google) in der robots.txt nicht aussperren, wenn du in ihren Antworten vorkommen willst. 3,2 % der Websites in der Region tun es, vermutlich ohne es zu wissen.
- Klare Fakten in einfachem Text: Wer, wo, seit wann, für wen, was kostet es. KI-Assistenten zitieren Seiten, die Fragen direkt beantworten.
- Inhalte serverseitig ausliefern. Was erst nach dem Laden per JavaScript erscheint, lesen die meisten KI-Crawler nicht.
- Eine
llms.txtmit den wichtigsten Fakten und Links schadet nicht, auch wenn noch nicht klar ist, welche Assistenten sie lesen.
8. Umzug und Launch: Der Schritt, der Rankings kostet
- Jede alte URL bekommt eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Nicht alles auf die Startseite.
- URLs beibehalten, wo es geht. Keine Weiterleitung ist besser als die beste Weiterleitung.
- Sitemap einreichen, Search Console prüfen, in den ersten zwei Wochen täglich auf 404-Fehler schauen.
- Vorher-nachher messen: Ladezeit, Positionen, Anfragen. Nach 30 Tagen vergleichen. Erst dann ist der Relaunch fertig.
Die drei häufigsten Fehler
Wo stehst du heute?
Bevor du ein Angebot einholst, lohnt sich eine Messung. Unser kostenloser Website-Report prüft Ladezeit, Google-Sichtbarkeit in Regensburg, Vertrauen, Inhalte und deinen stärksten Mitbewerber – gemessen, nicht geschätzt, als PDF meist innerhalb von 30 Minuten. Danach weißt du, ob eine Reparatur reicht oder ein Relaunch dran ist.
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